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Gallenkolik

Informationen aus der Industrie


Seractil  

Gallenkolik: Diagnose

Gallenkolik

Definition

Krampfartige Schmerzen infolge spastischer Kontraktionen der Gallenblase; häufig vegetative Begleitsymptomatik (Schweißausbruch, Brechreiz, Erbrechen u. evtl. Kollaps).

Gallensteine (Gallenblasensteine, Gallengangsteine)

Definition

Konkrementbildung der (übersättigten) Galle um einen Kristallisationskern in Gallengängen (Gallengangstein) bzw. Gallenblase (Gallenblasenstein); als sog. Solitärstein oder multipel bzw. als Gallengrieß (kleinste Gallensteine).

Steinarten
  • Cholesterinsteine (kein Röntgenkontrast), Kombinationssteine mit Kalzium (Röntgenkontrast)
  • Pigmentsteine (in 10 % Röntgenkontrast)
  • Gemischte Steine (Cholesterin, Gallenfarbstoff, Kalksalze – kontrastgebend)

 

Cholelithiasis

Definition

Gallensteinleiden; duch Gallensteine hervorgerufene, häufigste Erkrankung der Gallenblase (Cholezystolithiasis) und der Gallengänge (Choledocholithiasis)

Begünstigende Faktoren
  • bei Frauen (mit steigendem Alter zunehmend häufig)
  • Schwangerschaft
  • Erbliche Disposition
  • Fettsucht
  • Altersdiabetes
  • hämolytische Anämie
  • Dyskinesien und Anomalien der Gallenwege, die mit Entleerungsverzögerung einhergehen
Krankheitsbilder
  • In zwei Drittel der Fälle Symptomlosigkeit
  • Gallenkolik
  • Akute Cholezystitis
  • Chronische Cholezystitis
  • Gallengangsteine (siehe unten)
  • Gallensteinileus durch Darmperforation (innere Gallenfistel)
  • Radiologisch "ausgesparte" Gallenblase (an Karzinom denken)
Diagnostischer Stufenplan: Cholezystolithiasis
gallenkolik 1

Akute Cholezystitis

Definition

Entzündung der Gallenblase, überwiegend sekundär bei Cholelithiasis (siehe oben) durch Steineinklemmung im Ductus cysticus.

Ätiologie und Pathogenese
  • In 90 % sekundär bei Cholelithiasis. Verschluss des Ductus cysticus durch Stein Gallerückstau Bakterieninvasion Cholezystitis.
  • Der anfangs abakteriellen Entzündung der überdehnten Gallenblase folgt i.d.R. die bakterielle Infektion infolge Keimaszension aus dem Duodenum bzw. hämatogene oder lymphogene Infektion (E. coli, Enterokokken, Proteus-Arten, Klebsiellen).
  • Selten vaskuläre, infektiöse oder chemisch-toxische Ursachen.
Symptome

(Auslösung häufig durch üppige Mahlzeit)

  • Heftige Schmerzen im rechten Oberbauch, oft mit Ausstrahlung in die rechte Infraskapularregion, Abwehrspannung
  • Verdauungsstörungen: Meteorismus, Übelkeit, selten Erbrechen
  • Fieber

Beachte: blande Symptomatik bei Betagten

Diagnostik
  • Druckschmerz unter rechtem Rippenbogen (an sonographische Lokalisation denken!), zuweilen palpabler Tumor
  • Leukozytose CRP erhöht, BKS-Beschleunigung
  • Bei Choledochusbeteiligung (Spasmus oder Ödem) leichter Ikterus, alkalische Phosphatase, γ-GT und LAP erhöht
  • Sonographie
  • Akut: CT hilfreich (KM-Anreicherung in der Gallenblasenwand)
  • MRCP (Magnetresonanz-Cholangio-Pankreaticographie)
  • Endoskopische retrograde Cholangographie (ERC)
Differentialdiagnose
Komplikationen
  • Gangrän bzw. Empyem der Gallenblase und Cholangitis
  • Pankreatitis

Chronische Cholezystitis

Definition

Chronische Entzündung der Gallenblase durch andauernde mechanische Irritation bei Cholezystolithiasis als Vor- und Folgezustand der akuten Cholezystitis.

Symptome
  • Häufig symptomlos, dyspeptische Beschwerden oder dumpfer Oberbauchschmerz
  • Eventuell wiederholte Gallensteinkoliken bzw. uncharakteristische rechtsseitige Oberbauchbeschwerden
  • Unverträglichkeit fetter Speisen
  • Dyspeptische Symptome: Nausea, Flatulenz etc.
Diagnostik
  • Keine spezifischen Laborbefunde, evtl. BKS-Beschleunigung
  • Sonographie: verdickte Gallenblasenwand, Kontraktionsflüssigkeit
  • Röntgen: evtl. Steindarstellung in Leeraufnahme; MRCP: Gallenblasensteine, verdickte Gallenblasenwand

Differentialdiagnose
  • Ulkus
  • Leber-, Pankreaserkrankungen
  • rechtsseitige Nieren- und Kolonprozesse
  • ischämische Herzmuskelerkrankung
  • rechtsseitige pleuropulmonale Erkrankungen
  • Lebertumoren
  • Hämobilie
Komplikationen

Cholangitis

Definition

Entzündung der Gallenwege, meist verursacht durch Gallengangobstruktion, v.a. durch Gallengangsteine, auch Gallengangstriktur, Papillenstenose, Tumorkompression, Parasitenbefall u.a.

Krankheitsbilder
  • Stumme Steine
  • Verschluss des Gallengangs total, intermittierend oder partiell
  • Cholangitis: durch Rückstau der Galle Bakterienbesiedelung, evtl. cholangitische Abszesse
  • Begleit-Pankreatitis
Symptome
  • Verschlussikterus, Cholangitis;
  • betroffen meist ältere Frauen,
  • Pykniker mit Gallenbeschwerden in der Anamnese (in 30 % kein Ikterus)
  • Ikterus fehlt oder nur leicht, evtl. Juckreiz bei partiellem Verschluss
  • Bei totalem Verschluss schwerste Ikterusformen (> 10 mg % Bilirubin)
  • Koliken, evtl. auch ansteigender Dauerschmerz, meist mit Erbrechen, Druckschmerz des Abdomens
  • Fieber: bei chronischen Verlaufsformen häufig subfebril (besonders abends). Bei akuten Formen Schüttelfrost.
  • Beim akuten Gallengangsverschluss (Kolik) häufig Charcotsche Trias:


Beachte

Bei Betagten häufig abgeschwächte klinische Symptomatik oder nur Ikterus. Blutbild (Leukozytose, Linksverschiebung) beachten.

Diagnostik
  • Labor
    • Stuhl: bei partiellem Verschluss Gallenfarbstoffe nachweisbar, bei totalem Verschluss gelingt der Nachweis nicht (acholische Stühle)
    • Urin: Ubg (Urobilinogen) fehlt bei totalem Verschluss, Bilirubinurie, bei partiellem Verschluss mit Leberschaden Ubg evtl. vermehrt
    • Blutserum: bei totalem Verschluss Bilirubin, alk. Phosphatase, γ-GT, LAP, Gesamt-Cholesterin und Phosphatide u.a. erhöht
    • Bei Pankreasbeteiligung Amylase und/oder Lipase erhöht
    • Blutbild: evtl. Leukozytose bei Cholangitis, BKS beschleunigt
  • Sonographie: erweiterte Gallengänge – Steinnachweis
  • Oberbauch-CT; MRCP
  • wichtig bei V.a. Gallengangseinengung / -verschluss: Retrograde Gangdarstellung (ERC)
  • falls ERC frustran: Perkutane transhepatische Cholangiographie unter sonographisch gesteuerte Punktion
  • Laparoskopie: zur Abgrenzung des Verschlussikterus von anderen Ikterusformen (ultima ratio, entfällt meist wegen moderner, weniger invasiver Methoden)

Komplikationen
  • Hypoprothrombinämie (schon innerhalb 1. Woche)
  • Cholangiosepsis
  • wenn chronisch bestehend: Sekundäre biliäre Zirrhose
4
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Eigene Bewertung: Keine

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